Was mich zurzeit beschäftigt....

Noch ist die Gefahr nicht vorbei. Der Corona-Virus kann immer neu sich noch einmischen. Wir erleben es dramatisch manchmal mit. Aber wir haben gelernt, uns auf die gefährliche Situation einzustellen. Wir haben erleben dürfen, dass bei uns –im Unterschied zu Italien, Spanien, England, Brasilien und New York – die Gefahr gebannt werden konnte. Dafür bin ich sehr dankbar. Dieser Dank gilt auch den vielen Menschen, die als Ärzte oder in der Pflege in den Krankenhäusern, in den Pflegeheimen ihren Dienst getan haben oder bei der Polizei und den Gesundheitsämtern für die Sicherheit sorgten. Ich gehe davon aus, dass unter diesen helfenden Personen auch viele Mitglieder der Kolpingfamilie sind.

Ich selber habe über drei Monate in Quarantäne gelebt und habe außer einer Apotheke kein Geschäft besucht. Was ich brauchte, haben mir die „helfenden Hände“ von St. Josef mitgebracht. Ich habe stille Gottesdienste in meiner Wohnung gefeiert und Euch immer wieder im Gebet vor den HERRN getragen. Es war mir eine Freude, über das Internet auf der homepage von St. Georg (www.st-georg-bocholt.de) mehrere Gottesdienste und digitale Gebete zu veröffentlichen. Meine Freude war besonders groß, als ich mit entsprechenden Schutzmaßnahmen wieder die hl. Messe feiern konnte. Die Maske begleitet mich jetzt ständig. Auch die Corona-App habe ich geladen.

Nun aber erleben wir die langsame Befreiung von den von vielen so vorbildlich mitvollzogenen gravierenden Corona-Einschränkungen. Ein neues Lebensgefühl stellte sich ein.

So bin ich am 12. Juni mit Maske nach Delmenhorst gefahren worden zur Aussegnung meines langjährigen plötzlich verstorbenen Freundes, dem lutherischen Pfarrer Dr. Albrecht Weber. 46 Jahre bin ich mit ihm verbunden. Nichts konnte unsere Verbundenheit im Glauben erschüttern. Seine Söhne und die Ehefrau baten inständig die Predigt zu halten. Sie ist auf der homepage zu finden.

Eine Woche später machte ich nach über vier Monaten die erste Fahrt nach Münster, um beim 70. Geburtstag eines Ehepaares dabei zu sein - ich hatte das Paar vor 48 Jahren getraut.

Ich besuchte auch mit Maske bekleidet meinen früheren Hausarzt und dessen Ehefrau, heute 87 bzw. 81 Jahre. Überall kam reine Freude auf, Dankbarkeit, auch der Glaube kam ins Spiel der Beziehung. Mein Fazit: Man könnte sagen: DAS GESCHENK DES LEBENS kommt neu in den Blick. Jeder neue Tag kann zum Geschenk werden.

So langsam erwacht das Leben unter den Menschen. Heute am Sonntag Abend 21.6. war es eine Orgelvesper, die mich so tief angesprochen hat. Sie wurde gestaltet vom Pastoralreferenten und dem A-Musiker an unserer St. Georg-Orgel. Endlich mal wieder Töne, gute Töne, Musik, Kunst!!

Besondere Freude bereitete mir an diesem Sonntag zudem eine Fahrradtour in die westliche Umgebung von Bocholt. Mein Mitbruder aus dem Pfarrhaus begleitete mich (seit 5 Jahren hatte ich nicht mehr auf einem Fahrrad gesessen) auf dem neu erworbenen holländischen Dreirad - junge Leute der Landjugend schenkten uns ein Bier ein!

Mir scheint, es geht darum, vielleicht gemeinsam, die vielen Facetten des Lebens neu wahrzunehmen.

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